Das Waldsterben

Kapitelübersicht - Ökologische Zeiten - Das Waldsterben

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Sonderbriefmarke der Bundespost von 1985    

Wege der Erinnerung

  1. Vorgeschichte
  2. Ein Gemeinwohlthema
  3. Umweltbewegung im Aufschwung
  4. Rauchgasentschwefelung und Automobilkatalysator
  5. Forschung im Aufwind
  6. Die Waldschadensberichte
  7. Zweifel an der Diagnose
  8. Die Stunde der Renegaten
  9. Und wie geht es unterdessen dem Wald?
  10. Neulich im Bundestag

 

Verwandte Themen

Elektrofilter; Die WaBoLu; Seveso ist überall; Blauer Himmel über der Ruhr; Das Umweltprogramm; GAU; Tempolimit; Der Spiegel; Die Grünen

 

Literatur

Kenneth Anders, Frank Uekötter, "Viel Lärm ums stille Sterben: Die Debatte über das Waldsterben in Deutschland," Frank Uekötter, Jens Hohensee (eds.), Wird Kassandra heiser? Die Geschichte falscher Ökoalarme (Stuttgart, 2004), S. 112-138.

Roderich von Detten, "Umweltpolitik und Unsicherheit. Zum Zusammenspiel von Wissenschaft und Umweltpolitik in der Debatte um das Waldsterben der 1980er Jahre," Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010), S. 217-269.

 

Fußnoten

[1] Heinz Ellenberg, Blatt und Nadelverlust oder standörtlich wechselnde Ausbildung des Photosynthese-Apparats? Fragen zum Waldschadenbericht 1992, in: Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 145 (1994), S. 413-416.
 
[2] Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Lexikon der Öko-Irrtümer. Überraschende Fakten zu Energie, Gentechnik, Gesundheit, Klima, Ozon, Wald und vielen anderen Umweltthemen. Frankfurt, 1999.
 
[3] Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, Stenographischer Bericht, 1. Sitzung, 27.10.2009, Plenarprotokoll 17/1, S. 3.

 

Bildnachweis

Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost von 1985.

Kaum ein Umweltproblem hat die Bundesrepublik so tief bewegt wie die Warnungen vor einem großflächigen Absterben der Wälder in Mitteleuropa, die Anfang der 80er Jahre Schlagzeilen machten. Auslöser waren beunruhigende Forschungsergebnisse von Forstwissenschaftlern wie Peter Schütt und Bernhard Ulrich, die von Journalisten begierig aufgegriffen wurden. Den Durchbruch markierte eine dreiteilige Serie im Nachrichtenmagazin Der Spiegel im Herbst 1981, die reißerisch von "Giftschwaden" aus "schwefelspuckenden Monsterschlote[n]" sprach, die wirkten "wie chemische Waffen – nur weniger rasch". Seither eskalierten die Bedrohungsszenarien: In 20, ja vielleicht sogar zehn oder nur fünf Jahren würde der deutsche Wald verschwunden sein.

 

 

1. Vorgeschichte

Schon im 19. Jahrhundert war die Schädigung der Vegetation durch saure Gase Gegenstand wissenschaftlicher Studien. Allerdings galt dies als ein regionales Sonderproblem, das vor allem im Umkreis von Metallhütten und anderen Betrieben auftrat, die schädliche Gase in besonders hohen Konzentrationen ausstießen. Für die Regelung solcher Konflikte stand ein breites Spektrum technischer und administrativer Mittel zur Verfügung, darunter häufig auch Entschädigungszahlungen, so dass der Streit um die "Rauchschäden" nie die Bedeutung des Streits um die Holznot [Verweis Erinnerungsort Nachhaltige Waldwirtschaft] erlangte.
Erst als die Abgase der Kohlekraftwerke in den sechziger Jahren wachsende Beachtung fanden, wurde die Schädigung der Vegetation durch Emissionen zu einem umweltpolitischen Schlüsselthema, wobei die Versauerung skandinavischer Seen durch den Ferntransport der Emissionen eine wichtige Rolle spielte. Seit den frühen siebziger Jahren gab es praxisreife Entschwefelungsanlagen, aber diese wurden aufgrund der hohen Kosten für Bau und Betrieb nur zögerlich installiert. Bis 1982 hatten nur sieben von rund 90 bundesdeutschen Kohlekraftwerken eine Rauchgasentschwefelung. Dann jedoch überschlugen sich die Ereignisse.

 

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2. Ein Gemeinwohlthema

Die Debatte über das Waldsterben folgte Diskussionen über die Gefahren der chemischen Industrie und der Atomkraft. Während diese Debatten hochgradig kontrovers verliefen und einige Anti-Atom-Demonstrationen in bürgerkriegsähnlichen Zuständen kulminierten, besaß die Sorge um den sterbenden Wald stets ein gesellschaftlich integrierendes Element. Jeder wollte den Wald retten – von linken Umweltschützern bis Franz Josef Strauß.

 

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3. Umweltbewegung im Aufschwung

Bei der Entdeckung des Waldsterbens hatten Umweltverbände keine Rolle gespielt. Ihr Unmut richtete sich eher gegen Atomkraftwerke; Kohlekraftwerke galten im Atomkonflikt als tendenziell günstigere Alternative. Rasch zeigte sich jedoch, dass Aktionen gegen das Waldsterben in der breiten Öffentlichkeit eine enorme Resonanz erzielten. Im Verlauf der Debatte wurden Umweltschützer populär wie nie zuvor: Bei der Bundestagswahl im März 1983, die in die Hochzeit der Waldsterbensdebatte fiel, zogen die Grünen mit 5,6 Prozent der Wählerstimmen erstmals in den Bundestag ein.

 

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4. Rauchgasentschwefelung und Automobilkatalysator

Schon in den siebziger Jahren hatten Politiker und Experten hinter den Kulissen über eine Großfeuerungsanlagen-Verordnung verhandelt, die Obergrenzen für den Schwefelausstoß der Kraftwerke enthielt. Unter dem Eindruck der Waldsterbensdebatte wurde die Verordnung wesentlich verschärft und zum 1. Juli 1983 in Kraft gesetzt. Binnen fünf Jahren mussten alle bundesdeutschen Kraftwerke mit Reinigungsanlagen nachgerüstet werden. Zugleich forcierte die Bundesregierung den Einbau von Katalysatoren zur Reinigung der Automobilabgase. Beide Maßnahmen waren umstritten, erwiesen sich jedoch für andere europäische Länder als wegweisend. Es war nicht zuletzt das Waldsterben, durch das die Bundesrepublik den Ruf eines umweltpolitisch führenden Landes erwarb.

 

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5. Forschung im Aufwind

Waldsterben war nie ein wissenschaftlicher Begriff, sondern eine populäre Zuschreibung. Wissenschaftler sprachen von "neuartigen Waldschäden" und "Komplex-Erkrankungen", was im Grunde genommen nur eine freundliche Umschreibung der Tatsache war, dass Ursachen und Folgen der Krankheitsbilder nicht zuverlässig beurteilt werden konnten. Aus diesem Grund investierte die Politik massiv in die wissenschaftliche Forschung. Von 1982 bis 1992 wurden in der Bundesrepublik mehr als 850 Forschungsprojekte mit insgesamt rund 465 Millionen DM gefördert.

 

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6. Die Waldschadensberichte

Um Klarheit über den Zustand des Waldes zu gewinnen, führten die Forstverwaltungen ein groß angelegtes Umweltmonitoring ein. Seither gehört der alljährliche „Waldschadensbericht" zu den politischen Ritualen der Bundesrepublik. Gemessen wird der Entlaubungsgrad der Bäume – ein umstrittener Indikator, da sich viele Erkrankungen und Probleme der Wälder in diesem Symptom nur unzulänglich spiegeln. Auch deshalb wurde der „Waldschadensbericht" 1988 in „Waldzustandsbericht" umbenannt; seit 2007 verzichtet das Bundeslandwirtschaftsministerium auf eine Pressekonferenz und veröffentlicht den Bericht im Internet.

 

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7. Zweifel an der Diagnose

Wissenschaftler hatten von Anfang an ihre Zweifel, ob das großflächige Absterben tatsächlich eintreffen würde. In der hitzigen öffentlichen Debatte landete man mit entsprechenden Bemerkungen jedoch rasch im Abseits. Erst in den neunziger Jahren hatte sich die Erregung so weit gelegt, dass man die Diagnose öffentlich kritisieren konnte. So schrieb der renommierte Göttinger Biologe Heinz Ellenberg 1992 in der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen: "Als Vegetationsökologe hege ich schon seit Beginn der 'Waldsterben'-Diskussion solche Zweifel [an der Methode der Waldinventur]. Trotzdem habe ich mich bisher nicht öffentlich zu Wort gemeldet, weil ich das durch die Medien rasch gesteigerte Umweltbewusstsein im Hinblick auf die zweifellos zunehmende Luftverschmutzung schon des Menschen wegen nur begrüßen konnte und die politischen Auswirkungen nicht verzögern wollte." [1]

 

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8. Die Stunde der Renegaten

Für manche wurde das Ausbleiben des Waldsterbens zu einem klassischen "falschen Öko-Alarm". So schrieben Dirk Maxeiner und Michael Miersch in ihrem Lexikon der Öko-Irrtümer: "Daß die Wälder in Deutschland bestens gedeihen und die erwarteten Waldschäden regional begrenzt blieben, ist zwar offensichtlich, doch der Glaube an das Waldsterben wurde längst zur Gesinnungsfrage. Wer zweifelt, fliegt aus der grünen Kirche." [2]

 

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9. Und wie geht es unterdessen dem Wald?

Das großflächige Sterben der Wälder blieb aus; aber das bedeutete noch lange nicht, dass die Bäume tatsächlich gesund sind. Allerdings krankt die Debatte über die Probleme der Wälder bis heute an den Stereotypen der Waldsterbensdebatte, die nur eines von vielen möglichen Krankheitsbildern darstellen. Als das komplexeste aller Landökosysteme ist der Wald für pauschale Schadensdiagnosen nun einmal zu vielfältig.

 

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10. Neulich im Bundestag

Wie sehr das Waldsterben nach wie vor bewegt, zeigte sich im Herbst 2009. Heinz Riesenhuber hielt als Alterspräsident des Bundestags die erste Rede der neuen Legislaturperiode und stellte die rhetorische Frage: "Wer redet heute noch vom Waldsterben?" Die Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast, reagierte mit einem Zwischenruf: "Wir!" [3]

 

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Kommentare

Axel Mayer schickt uns aus dem Breisgau diesen ausführlichen Kommentar:

 

Die alten Konflikte um das Thema werden heute immer wieder gezielt genutzt um der damaligen Umweltbewegung "Panikmache" vorzuwerfen. Gerade die gut organisierten Klimawandelleugner haben sich seit Jahren auf das Thema Waldsterben eingeschossen. "Es gab überhaupt kein Waldsterben und der Kampf für Luftreinheit war unnötig, dumm und reine Hysterie" ist die zentrale Aussage der industriegelenkten Lobbyisten der Öl- und Kohlekonzerne. Das ist Grund genug, einmal 3 Jahrzehnte zurück zu blicken. Das Thema Waldsterben und die massive Luft- und Umweltverschmutzung hatten damals die Menschen und Medien bundesweit beschäftigt.

 

Im Rückblick lässt sich sagen, dass der Streit für den Wald, für saubere Luft und eine bessere Umwelt eine Erfolgsgeschichte für Mensch, Natur und Umwelt war.

 

Die zunehmenden sichtbaren Waldschäden führten ab dem Jahr 1975 zu vielfältigen Medienberichten, zu Aktionen und Demonstrationen gegen das Waldsterben und für saubere Luft. Die bundesweite Debatte um das Waldsterben verstärkte sich insbesondere um das Jahr 1983. Auch in Südbaden gab es große Demonstrationen und Aktionen für saubere Luft und gegen umweltgefährdende Industrien und Luftverschmutzer.

 

Mit über dreißig Jahren Abstand wird von interessierten Kreisen gerne die Frage gestellt,ob die ganze Bewegung gegen das Waldsterben eventuell zu "heftig und undifferenziert" waren. Diese Frage wird insbesondere von den organisierten Klimawandelleugnern, aber auch von den als Journalisten getarnten Industrielobbyisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch aufgeworfen. Doch sowohl das Plakat als auch die Aktionen der Umweltbewegung in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts müssen vor dem geschichtlichen und umweltpolitischen Hintergrund der damaligen Zeit gesehen werden. Damals wie heute gab es einflussreiche und mächtige Interessengruppen, die für die uneingeschränkte "Freiheit der Industrie" stritten Gewinne zu machen, ohne Rücksicht auf Mensch, Natur und Umwelt nehmen zu müssen. Wenn sich diese Konzerninteressen damals durchgesetzt hätten, wären wir heute immer noch in der umweltpolitischen Steinzeit.

 

Die erkennbaren Symptome der Waldschäden nahmen damals zu, Kinder in der Nähe von Großverbrennungsanlagen litten an Pseudokrupp, in der Nähe von deutschen Bleichemiewerken starben Kühe an Bleivergiftung, Kläranlagen waren selten und viele Bäche und Flüsse Kloaken, die Schweiz versenkte ihren Atommüll im Meer, wo auch Gifte und Dünnsäure "verklappt" wurden und Müllverbrennungsanlagen waren Gift- und Dioxinschleudern. Es war die Zeit des schweren Chemieunfalls am 10. Juli 1976 in Seveso, am 3. Dezember 1984 kam es im indischen Bhopal zu einer verheerenden Chemiekatastrophe, am 1. November 1986 verseuchte ein Großbrand beim Chemiekonzern Sandoz in Basel den Rhein und am 26. April 1986 gab es im Atomkraftwerk Tschernobyl die Reaktorkatastrophe...

 

Ist die Bewegung gegen das Waldsterben und für die Umwelt damals "zu weit gegangen"?

 

Wolf Biermann antwortete einmal auf die Frage, ob er, Biermann, da nicht ein bisschen zu weit gehe mit einem Lied, und seine Antwort lässt sich auch auf die Umweltbewegung übertragen:

 

"Mein Lieber, das kommt von der Arbeitsteilung. Der Eine schweigt, und der Andere schreit. Wenn solche wie Du entschieden zu kurz gehen, dann gehen eben andere ein bisschen zu weit!"

 

Wolf Biermann: "Ballade für einen wirklich tief besorgten Freund"

 

Die Proteste und Aktionen gegen das Waldsterben und für saubere Luft, Flüsse und eine menschengerechte Umwelt führten mittel- und langfristig zu einer massiven Verbesserung der Luftqualität und zu einer Zunahme des Umweltbewusstseins. Gesetze wurden auf Druck der Umweltbewegung und gegen die Lobbyisten verschärft, der PKW-Katalysator wurde eingeführt, verbleites Benzin wurde verboten, Kraftwerke und Industrieanlagen wurden entstickt, entschwefelt und zum Teil technisch auch sicherer. Auch die Düngung mancher Wälder ist ein Ergebnis der Debatte. Eine von vielen Ursachen der Walderkrankungen war der Ausstoß von Schwefeldioxid und der damit verbundene saure Regen. Hier brachte der Protest die größten Erfolge. "So konnten zum Beispiel alleine in Baden-Württemberg die SO2-Emissionen von 334.200 Tonnen 1973 auf 58.800 Tonnen 1995 reduziert werden, was einem Rückgang um über 80 % entspricht." schreibt die LUBW Baden-Württemberg. "In den alten Bundesländern lagen schon im Jahr 1994 die SO2-Emissionen um 76% unter dem Niveau des Jahres 1970." schreibt das Umweltbundesamt in den "Daten zur Umwelt" 1997.

 

Ob das "angekündigte aber ausgebliebene" Waldsterben wegen der Verbesserung der Luftqualität, wegen der Düngung der Wälder, wegen der schnellen Fällung kranker Bäume oder wegen veränderter klimatischer Verhältnisse nicht stattfand, wird von der Forstwissenschaft immer noch kontrovers diskutiert.

 

Der BUND-Spezialist Gottfried May-Stürmer sagt:

 "Bei der Weißtanne ist der Fall relativ klar: Diese Art ist sehr empfindlich gegenüber Schwefeldioxid. Die Schwefeldioxid-Konzentrationen in der Luft wurden, vor allem durch die Großfeuerungsanlagen-Verordnung, seit 1980 gewaltig reduziert. Die Abgas-Grenzwerte für KFZ wurden verschärft (Einführung des 3-Wege-Katalysators) und dazu kam noch die Begrenzung des Schwefel-Gehalts in Brennstoffen. Gerade diese Maßnahmen wurden von der Industrie in den frühen 80er Jahren massiv bekämpft und der Untergang der abendländischen Marktwirtschaft bei ihrer Einführung prophezeit. Dass die Tanne sich nicht nur als Art, sondern auch in einzelnen Individuen deutlich erholt hat, gibt Hoffnung und zeigt, dass sich der Einsatz für Luftreinhaltung gelohnt hat. Ich erinnere mich daran, wie viele Kinder noch 1985 in Heilbronn unter Pseudokrupp und anderen Atemproblemen gelitten haben, bevor das EVS-Kohlekraftwerk entschwefelt wurde.

Bei den Laubbäumen andererseits gibt es noch keine Entwarnung. Trotz einer geringen Erholung in den letzten Jahren - möglicherweise witterungsbedingt - ist der Zustand von Eichen und Buchen heute insgesamt deutlich schlechter als auf dem Höhepunkt der Diskussion ums Waldsterben. Ihre Schäden sind nur nicht so leicht zu erkennen wie die von Tannen und Fichten."

 

Weitere Kollateralerfolge der Debatte und Aktionen um das Waldsterben und des geschärften Umweltbewusstseins waren regional die Einführung der preisgünstigen Regiokarte in und um Freiburg und der Ausbau des ÖPNV.

Bundesweit und global kam nach massiven Protesten das Verbot von FCKW (und damit die Rettung der Ozonschicht) und die Verbesserung der Luftreinhaltung bei Industrieanlagen und Müllverbrennungsanlagen.

Gesundheitsgefährdende Dioxinemissionen gingen zurück. Die bessere Luftqualität und die massive Verringerung von Schwefeldioxid und des sauren Regens ist auch ein Segen für Baudenkmäler.

 

Menschen in Ländern, in denen es diesen lauten Streit um Umwelt und Zukunft nicht gab, leiden teilweise immer noch unter starken Umweltbelastungen. Dies gilt insbesondere für die Metastasen unseres Raubbau- und Industriesystems, beispielsweise in Indien und China. Dort gibt es noch Umwelt- und Naturzerstörung wie in Deutschland in den so genannten Aufbaujahren, und eine sich erst langsam entwickelnde Umweltbewegung.

 

Die Waldsterbensdebatte, die Flugblätter, Plakate, Demos und Aktionen haben den ökologischen Fortschritt beschleunigt und die Lebensqualität erhöht.

 

Die Zeit der "guten, alten," offenen, sichtbaren Umweltverschmutzung ist in Deutschland (hoffentlich) vorbei, auch wenn es gerade in Sachen Klimawandel, Flächenverbrauch, Gentechnik und Atomausstieg noch viel zu tun gibt. Die aktuellen, großen Herausforderungen für den BUND und die Umweltbewegung sind die Fragen des Klimawandels, die bedrohte Biodiversität, die Endlichkeit der atomar-/ fossilen Energieressourcen und Rohstoffe, die Bedrohung des Weltfriedens durch die Verbreitung von Bio- und Atomkraftwaffen, die zunehmend demokratiegefährdende Macht der Konzerne, Fragen der globalen Gerechtigkeit, Innenweltverschmutzung und die Beantwortung der Frage, wie sich nach dem jetzigen Zeitalter der Habgier und des Raubbaus mit einem massiv verringerten Input an Energie, Rohstoffen und Arbeitszeit ein gutes Leben führen lässt.

 

Axel Mayer, heute BUND-Geschäftsführer, damals Aktivist und Sprecher der Bürgerinitiative Riegel http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/waldsterben.html.



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Verantwortlich für diesen Erinnerungsort: Frank Uekötter

 

Online seit 2011

 

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Empfohlene Zitierweise: Frank Uekötter, Erinnerungsort "Das Waldsterben", URL: http://www.umweltunderinnerung.de/index.php/kapitelseiten/oekologische-zeiten/18-das-waldsterben.